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Arnold Bax: 2. Symphonie, November Woods

Royal Scottish National Orchestra David Lloyd-Jones, Naxos 8.554093

Zweifellos zählt Arnold Bax (1883-1953) zu Englands herausragenden Komponisten des 20. Jahrhunderts, doch wird seine ungeheuer farbige, intensive Musik auf der Insel kaum und auf dem Kontinent überhaupt nicht gespielt, seit Dirigenten wie Barbirolli oder Boult den Stock abgegeben haben. Auf dieser 2. Folge des Naxos-Zyklus sind zwei besonders düstere Werke vereint: die 1917 vollendete Tondichtung "November Woods" und die 1924-26 komponierte 2. Symphonie, die – wie alle 7 Bax-Symphonien – dreisätzig ist. Im Finale kehrt in gigantisch aufgipfelnder Weise die Thematik des ersten Satzes wieder, und Bax’ untrügliches Gespür für Farben-, Kontur- und Kräfteverhältnisse im großen Orchester läßt ihn hier, als letzte Erweiterung des symphonischen Klangraums, die Orgel ins Spiel bringen. Beide Werke sind unter die wichtigsten, formal schlüssigsten von Bax zu rechnen.

Die diversen Einflüsse von Debussy, Sibelius, Strauss, Elgar und russischer Herkunft sind definitiv zu unverkennbar Eigenem verschmolzen. Bax ist einer der faszinierendsten Orchester-Magiere aller Zeiten! Die Aufführungen sind eleganter und gelegentlich klarer als jene unter Bryden Thomson (Chandos), ermangeln aber dessen spezifischen Klangsinn und passionierte Kantabilität.

Christoph Schlüren

(Rezension für Music Manual)