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Arnold Bax: 1. Sinfonie in Es
In the Faery Hills, The Garden of Fand

Royal Scottish National Orchestra, David Lloyd-Jones
Naxos 8.553525 (64'/1996)

Nach Chandos bringt nun auch Naxos einen Komplettzyklus der Sinfonien von Arnold Bax (1883-1953). Im Gegensatz zu Bryden Thomson präsentiert Lloyd-Jones in der Ersten Sinfonie eine geraffte (Satz für Satz fast exakt mit Myer Fredmans Aufnahme, Lyrita 232, zeitgleiche) Version. Das Orchesterspiel ist relativ kultiviert, sieht man vom schneidenden Posaunenklang ab. Thomsons breite Zeitmaße waren besser geeignet, um den extremen, schillernden Reichtum von Bax’ Orchestration abzubilden, doch vereitelten Ausdrucksmüdigkeit und mangelhafte vertikale Strukturation das Gelingen. So kommt manches frischer in der Neueinspielung, anderes flüchtiger. Aufnahmetechnisch offerierte Chandos die klareren, aber auch künstlicher hervorgehobenen Details.

Die Tondichtung "In the Faery Hills" von 1909 ist von naturhafter Euphorie getragen und läßt nur gelegentlich die Düsternis durchscheinen, die die 1922 vollendete Sinfonie prägt. Jene ist ein orchestrales Wunderwerk divergierender Motiv- und Farbenpracht, überwiegend dunkel timbriert, mit einem erschütternden Lento solenne-Mittelsatz. Hell und überaus zauberhaft ist "The Garden of Fand" (1916). Eigentlich bedarf diese fantastische Musik ganz großer Interpreten.

Christoph Schlüren

Vergleichsaufnahme: Sinfonie:
London PO, B. Thomson (Chandos 8906-9).
(Rezension für Klassik Heute)